Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite info@agathof.de
Stadteilzentrum Agathof
 
info@agathof.de Impressum
Wir über uns   Aktuelles   Angebote   kasseler_osten   Dies & Das   Archiv
 
Entwicklung des Stadtteilzentrum Agathof
 
Nutzerplenum
 
Presse
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
 
Erinnerungen im Netz
 
Erinnerungen Raum geben
 
Veranstaltungen
 
Konzerte
 
  Sie haben Wünsche, Anregungen oder Fragen? Treten Sie mit uns in Kontakt!  
 
 
  Archiv

Presse / 2006

 
 
  Inhalt:
HNA 12.05.2006
HNA 01.04.2006




HNA 12.05.2006


Im Stadtteilzentrum Agathof helfen sich Arbeitslose ab 50 gegenseitig mit Tipps und Aktivitäten.

"Jeder hat Perspektiven"

Von Sabine Oschmann

Bettenhausen. Lothar S. steht der Kummer ins Gesicht geschrieben. Der 53-jährige Betriebswirt und Bilanzbuchhalter ist verheiratet, hat zwei Söhne, einer studiert. Seit vier Jahren ist S. arbeitslos. Jetzt lebt die vierköpfige Familie von 500 Euro. Wie es weitergehen soll, weiß Lothar nicht.

Um nicht in Depressionen zu versinken, engagiert er sich in der Gruppe älterer Arbeitsloser, die sich im Stadtteilzentrum Agathof gegründet hat. Es ist eine Selbsthilfegruppe für Arbeitslose über 50. Man steht sich bei, tauscht Tipps und Informationen aus, hilft sich bei Bewerbungen und der Jobsuche. Die, die mitmachen, sind wie Lothar gut und teilweise mehrfach qualifiziert, haben sich im Beruf bewährt, wurden trotzdem arbeitslos, suchen alle dringend Arbeit und wollen sich nicht unterkriegen lassen.

"Aber für uns Ältere gibt es ja nichts", sagt eine 58-Jährige, die anonym bleiben möchte. Mit über 50 habe man auf dem Arbeitsmarkt keine Chance, auch Weiterbildungsangebote gebe es kaum. Seit fünf Jahren ist die Bürokauffrau arbeitslos, die Arbeitssuche verbindet sie mit dem Studium der Sozialpädagogik und will bald ihr Diplom machen. Damit gehe sie gegen das Gefühl an, überflüssig zu sein.

"Man muss sich Nischen der Betätigung suchen", sagt sie. "Und Depressionen abbauen", ergänzt Lothar. Beides schaffe man im Arbeitslosentreff im Stadtteilzentrum, wo man sich mit anderen Betroffenen austauschen könne.

Magdalene G. (56) ärgert sich über das Klischee "Wer will, findet auch Arbeit". Die Einzelhandelskauffrau ist seit acht Jahren arbeitslos. "Aber von zwei Euro Stundenlohn oder ehrenamtlicher Arbeit kann ich nicht leben", sagt sie.

Mit Kind wird es noch schwieriger. Johanna P. (49), Schaufenstergestalterin und technische Zeichnerin, erzählt: "Als allein Erziehende habe ich gar keine Chance". In der Gruppe habe sie ihren Frust abbauen können.

Der Verlust an Selbstvertrauen sei das Schlimmste, sagt Marianne Bednorz, Leiterin des Stadtteilzentrums. Und die Angst vor Ausgrenzung. Darum wollten viele Betroffene lieber anonym bleiben.

Die Gruppe helfe, Fähigkeiten und Talente zu erhalten und neue zu entdecken, Hoffnung auf Arbeit und Geldverdienen zu schöpfen, den Anschluss an die Gesellschaft zu erhalten. "Jeder hat, trotz Arbeitslosigkeit, Perspektiven", sagt sie.

In die Arbeitsagentur setzen die Betroffenen keine Hoffnung mehr. Lothar S. hat sich immer wieder über die Einschüchterungsversuche durch die "Fallmanager" geärgert.

Johanna P. wurde durch die Gruppe selbstsicherer im Umgang mit der für sie zuständigen Agenturmitarbeiterin. Die Fallmanager hätten wohl selbst oft die Hoffnung auf Arbeitsvermittlung aufgegeben. Da müsse man selbst aktiv werden.

Die Gruppe trifft sich jeden Donnerstag ab 10 Uhr im Stadtteilzentrum Agathof, Agathofstraße 48, 
Telefon 572482 .

Quelle: Artikel vom 12.05.2006

zurück zum Anfang

HNA 01.04.2006


100 Jahre Eingemeindung von Bettenhausen des Arbeitskreis Bettenhausen - früher und heute
 

"Bürgermeister musste gehen"


Von Sabine Oschmann


Bettenhausen. Wenn Hildegard Beier, Wilgard und Walter Schiller, Helmut Schagrün, Uschi und Horst Knoke, Knut-Reiner Grimm und Bernd Schaeffer erzählen, wird sie lebendig und anschaulich, die Geschichte Bettenhausens. Die Senioren im Alter zwischen 62 und 87 Jahren gehören zum "Arbeitskreis Bettenhausen - früher und heute" im Stadtteilzentrum Agathof, den es seit fast 20 Jahren gibt. Seitdem befassen sich engagierte Bettenhäuser mit der Stadtteilgeschichte, die seit 1145 urkundlich festgeschrieben ist. Als "Bethnehüsun" wird das Dorf erstmals urkundlich erwähnt.

Heute ist ein besonderer Tag, denn vor genau 100 Jahren, am 1. April 1906, übernahm die Residenzstadt Kassel die Verwaltung Bettenhausens, das Dorf wurde eingemeindet. Damit musste Bürgermeister Philipp August Müller, der letzte Bürgermeister des Quartiers, seine Diensträume am Dorfplatz schließen, und die 761 Jahre währende Geschichte Bettenhausens als selbstständige Gemeinde war zu Ende. Dies und noch viel mehr haben die fleißigen Hobbyhistoriker in mühseliger Kleinarbeit und engagierter Recherche herausgefunden. Sie haben alte Dokumente und Literatur gesichtet, im Stadtmuseum und sogar im Marburger Staatsarchiv geforscht. Denn darauf legen sie Wert: Ihre Arbeitsergebnisse müssen
hieb- und stichfest sein, wie Wilgard Schiller und Helmut Schagrün ausdrücklich betonen.

Fast jeder aus dem Arbeitskreis hat seine Wurzeln im Stadtteil. Der Stammbaum der Mühlenbesitzerfamilie Brückmann, zum Beispiel, reicht bis in den 30-Jährigen Krieg zurück, und Hilde Beier hat, als geborene Steinigk, einen berühmten Sozialdemokraten zum Vater, nach dem die Steinigkstraße benannt wurde. "Er hieß wegen seines Einsatzes nur der Armenvater", berichtet sie. Mit der Entwicklung des Schulwesens, der Kirchen, der Einwohner, den Lossemühlen mit Schwerpunkt Agathof, dem Landeskrankenhaus und den Straßennamen hat sich der Arbeitskreis unter tatkräftiger Mithilfe von Marianne Benorz, Leiterin des Stadtteilzentrums, beschäftigt. "Geschichte zu erhalten, bedeutet Identität sichern", sagen die Senioren. Leider wüssten die jungen Leute aus Bettenhausen zu wenig oder gar nichts über den Stadtteil und ihre Bettenhäuser Wurzeln.

Und damit sich das ändert, hat der Arbeitskreis seit heute, pünktlich zur 100-jährigen Eingemeindung, die 750-jährige spannende Stadtteilgeschichte mit vielen Bildern ins Netz gestellt. "Über dieses moderne Medium wollen wir ein breiteres Publikum erreichen", erklären die munteren Senioren, für die die Arbeit mit dem Internet und vor allem die Gestaltung des Internetauftritts eine interessante Herausforderung war.

Quelle: Artikel vom 31.03.2006 



In der unteren Reihe von links Hilde Beier, Wilgard Schiller, Horst Knoke, Bernd Schaeffer und Helmut Schagrün.

 


http://www.agathof.de/8-_100_Jahre_Eingemeindung_Bettenhausen-1.cfm


zurück zum Anfang