Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite info@agathof.de
Stadteilzentrum Agathof
 
info@agathof.de Impressum
Wir über uns   Aktuelles   Angebote   kasseler_osten   Dies & Das   Archiv
 
Angebote in Wochenansicht
 
Begegnung - Kommunikation
 
Bewegung
 
Bildung und Kultur
 
Kreativität
 
Bettenhausen - früher und heute
Die Gruppe stellt sich vor
1-Aktivitäten 1987 - 2010
1-Kalender Alt-Bettenhausen
1-Stadtteilkalender 1990-1-3
1-Stadtteilkalender 1990-4-6
1-Stadtteilkalender 1990-7-9
1-Stadtteilkalender 1990-10-12
2-Denk ich an Deutschland-1
2-Denk ich an Deutschland-2
2-Denk ich an Deutschland-3
3-Inhalt des Buches
4-Stadtteilkalender 2000
4-Stadtteilkalender 2000-1-3
4-Stadtteilkalender 2000-4-6
4-Stadtteilkalender 2000-7-9
4-Stadtteilkalender 2000-10-12
5-Leipziger Strasse-1
5-Leipziger Strasse-2
5-Leipziger Strasse-3
5-Leipziger Strasse-4
5-Leipziger Strasse-5
5-Leipziger Strasse-6
6-Mühlen in Bettenhausen-1
6-Mühlen in Bettenhausen-2
6-Mühlen in Bettenhausen-3
7- 100 Jahre Agathof-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-2
9- Leben an der Losse
10- Industriestandort Bettenhausen
 
Neue Medien
 
  Sie haben Wünsche, Anregungen oder Fragen? Treten Sie mit uns in Kontakt!  
 
 
  Angebote

Bettenhausen - früher und heute / 5-Leipziger Strasse-2

 
 
   

erstellt von der Gruppe "Bettenhausen früher und heute":

Der Verlauf der Leipziger Straße, Kassel
- Teil 2: Hausnummer 103 - 131  (Stand Dez. 2003) -


Legende:
A) Straßennummer heute (in etwa)
B) was gibt es heute dort zu sehen, Funktion des Gebäudes
C) historische Bezeichnung evtl. mit Jahresangabe und Funktion
D) persönliche Erlebnisse in bezug auf den beschriebenen Ort
E) historische Fotos vorhanden
(Jahreszahl) genanntes Objekt ist in öffentlichen Darstellungen erwähnt worden

 


Einmündung der Sandershäuser Straße

A) Leipziger Str. 103
B) Hafenbahn und Straßenbahndepot (Neubau in 2002)
C) Vor dem Krieg Wohnhaus Gerhard, anschließend Wohnhäuser der KOG (Kasseler Omnibusgesellschaft). Nach dem Krieg Schrottplatz und diffuses Industriegelände, Nidag Großtankstelle, Esso Tankstelle und Opel-Verkaufsgelände

Die Hafenbahn und die Industriebahn kreuzen die Leipziger Straße

vom Bahnhof Kassel-Bettenhausen kommend

Verlauf der Gleise:

Hafenbahn

Ab 1895 besteht das Verbindungsgleis zum Kasseler Hafen bis heute, - vormals mit 14 Privatanschlüssen - die Gleise verlaufen vom Bahnhof Bettenhausen kommend über die Leipziger Straße zwischen Hallenbad und Wahlebach vorbei bis zum Hafen.

Industriebahn Bettenhausen

Ab 14.4.1900 bestand das Verbindungsgleis mit 6 Privatanschlüssen an der Sandershäuser Straße.

Die Gleise verliefen vom Bahnhof Bettenhausen kommend über die Nürnberger Straße, den Wahlebach, die Leipziger Straße und weiter entlang der Sandershäuser Straße (Firma Salzmann usw.). Heute ist dieses Verbindungsgleis abgebaut.

(Es bestand auch ein Verbindungsgleis zur Söhrebahn)

 

A) Leipziger Str. 105, (Ecke Sandershäuser Str.)
B) Wohnhaus, Gaststätte „Schnitzelhaus"
C) (1927) L. Pfeiffer, Depositenkasse Bettenhausen

(1927) Iffert-Faar, Kohlenhandlung und Bahnspedition

Deutsche Bank
Ab 1932 bis in die 1990er Jahre war in diesem Eckgebäude die Deutsche Bank angesiedelt.

Im Volksmund wurde das Haus „die Spitze" genannt. Nach dem II. Weltkrieg war hier der Lebensmittelladen Huth untergebracht.

Die Gaststätte hatte den Namen „Zum Hallenbad". 1956 hieß der Inhaber E. Mallick und später Weckesser.

 

A) Leipziger Str. 107
B) Wohnhaus mit Änderungsschneiderei
C) (1927) Installateur Rettberg

Im Hinterhof des Gebäudes befanden sich große Lagerhallen.

 

A) Leipziger Str. 109
B) Fahrschule
C) Vor dem 2. Weltkrieg bis 1943

Schuhreparatur Barchfeld und Sundheim

1950er Jahre - Café und Frühstücksstube Bode, gern genutzt von den Pendlern aus den Bereichen Lossetal, Niestetal und Söhre, die auf ihre Anschlüsse zu Eisenbahn, Söhrebahn, Omnibus und Straßenbahn warteten.

D)

Rolf Lang erzählt:
Dieser Bereich war durch die Pendler mit der Eisenbahn, den Autos sowie den Omnibussen ein echter Knotenpunkt. Hier traf sich alles aus den Bereichen Lossetal, Niestetal und aus der Söhre.

Zwei Polizisten waren wochentags, jeden Morgen und Abend nötig, um den Autoverkehr und die Arbeiterströme im Bereich des Hallenbades Ost zu regeln. Ein Polizist auf der Einmündung Leipziger/Sandershäuser Straße, der zweite Polizist auf der Einmündung Leipziger/Nürnberger Straße. Die standen da und wirbelten mit ihren Armen durch die Luft und der Verkehr floss, aus und in die Stadt, reibungslos.

So sahen die Verhältnisse in den 1950er bis 1960er Jahren aus. Das Cafe Bode und die Frühstücksstube Bode waren ein beliebter Aufenthaltsort vor allem für die Pendler aus den Vororten. Hier konnte man sich bei einer Erfrischung die Zeit vertreiben, bis zur Abfahrt der Eisenbahn oder der Omnibusse in die Heimatorte. Es war so etwas wie ein Wartesaal.

 

A) Leipziger Str. 111
B) Kfz.- Gebrauchtwagen An- und Verkauf
C)

Aluminium-, Gelb- und Rotguß-Gießerei Damm + Co. KG

 

Die Gießerei wurde im Jahre 1843 von Johann Klebe in Kassel gegründet. 1904 trat Konrad Damm in die Firma ein und übernahm diese. Neun Jahre später erfolgte die Verlegung nach Bettenhausen in die Leipziger Straße 111. Beim letzten großen Bombenangriff auf Kassel am 07. März 1945 wurden die Gießerei und das Wohnhaus komplett zerstört. Dabei verlor Konrad Damm seine Frau Catharina und seinen Sohn Ludwig (Nachfolger der Gießerei). Als sein Sohn Heinrich Damm aus Kriegsgefangenschaft zurück war, bauten Konrad und Heinrich Damm die Gießerei und das Wohnhaus wieder auf.

 

Von dort hat sie Heinrich Damm 1969 zwecks Erweiterung in einen technisch modernen Neubau nach Bergshausen verlagert. Nach dem Tod von Heinrich Damm 1992 ging das Unternehmen auf seine Witwe Ilse Damm über. Sein Sohn Wolfgang Damm war technischer Angestellter im Unternehmen. Im Jahre 2000 musste die Gießerei Insolvenz anmelden.

 

1983 gründeten Gerlinde und Wolfgang Damm in Bergshausen eine Kernmacherei, die WD-Giesserei-Technik GmbH, kauften 1997 die Hälfte des Grundstücks mit Gebäude von der Gießerei Damm + Co. KG und das restliche Grundstück mit Gebäuden 2001 von dem Insolvenzverwalter. Nach dem Unfalltod von Wolfgang Damm in 2003 wurde das Unternehmen mit inzwischen 80 Mitarbeitern von der Witwe Gerlinde Damm allein fortgeführt, die es 2006 an einen Konzern weiter veräußerte. Das Unternehmen wird an diesem Standort weiter geführt. (Text: Gerlinde Damm)

 

 
A) Leipziger Str. 113
B) Orthopädische Schuhtechnik, Inhaber Arnold
Chirurg. Tagesklinik, ambulante Operationen
 Unfallärzte, Durchgangsarzt, Unfallchirurgie Dr. Hess, Dr. Reer
C)  Dr. Gaze’s Alte Apotheke

Vormals Landgrafen Apotheke, Dr. R. Gaze, konzessioniert am17.04.1911. Es war die einzige Apotheke Bettenhausens.

Auch dieses Gebäude wurde im 2. Weltkrieg komplett zerstört und später

dort ein neues Haus errichtet, in dem nacheinander verschiedene Durch-gangsärzte/Chirurgen praktizierten.



A) Leipziger Str. 115
B) Augenoptik und Hörgeräte Osterberg und Ärztehaus
C) Commerzbank Zweigstelle Bettenhausen, Fahrschule ca. 1995 -2000, Spielwaren Terner von 1993 bis 1998, Gartenland für Anwohner bis ca. 1950.
 

A) Leipziger Str. 117 bis 131
B) Spedition Busse; Autowaschfabrik
C) Charité, Salzmannshof

nach dem 2. Weltkrieg:
- Spedition Ullrich

- Internationale Spedition Hausmann und Autohaus Fitsch, Fiat und Lancia-Werksvertretung (Nr. 129).


Die Charité war über lange Jahre das größte Krankenhaus in der Landgrafschaft. Landgraf Friedrich II. ließ es durch seinen Baudirektor Simon Louis du Ry errichten. Bereits 1777 begannen die Arbeiten am Bau dieses „Allgemeinen Krankenhauses" vor der Dorfschaft Bettenhausen. Am 8. Februar 1785 erstellte Landgraf Friedrich II. den Stiftungsbrief; eingeweiht wurde die Charité am 2. Mai 1785. Später wurde das Gebäude in „Landkrankenhaus" umbenannt, ab 1866 unter Preußen hieß es „Provinzkrankenhaus".

W
ährend der französischen Fremdherrschaft wurde das Landkrankenhaus im Jahre 1808 auch zum Lazarett bestimmt. Es war damals das größte Krankenhaus im Königreich Westphalen.

Auch nach der Wiederherstellung des Kurfürstentums Hessen blieb noch die Verbindung von Landkrankenhaus und Lazarett bestehen, bis im Jahre 1827 das Militärlazarett ein eigenes Gebäude erhielt.

Nach dem Jahre 1866 ging die Verwaltung des Hauses auf den Kommunalverband über.

In der preußischen Zeit wurde die Charité um einige Anlagen erweitert.


1870 entstand das Kontagienhaus, ein Neubau für Patienten mit ansteckenden Krankheiten, und 1873 ein besonderes Verwaltungsgebäude.

Bis zum Jahre 1895 wurde das Krankenhaus in der Leipziger Straße genutzt. Da die alte Anlage den modernen Ansprüchen nicht mehr genügte, erfolgte ein Umzug in das neue Landkrankenhaus auf dem Möncheberg.

Die alte „Charité" ging durch Kauf in den Besitz der Firma Salzmann & Comp. über, die darin 40 Wohnungen für Werksangehörige einrichtete. Damit blieb die baulich schöne Anlage mit dem umgebenden Park erhalten; nur der achteckige Dachreiter, der die Uhr trug, wurde heruntergenommen.

Seit dieser Zeit hieß der gesamte Komplex „Salzmannshof".

Die in der französischen Zeit durch Leo Klenze errichteten zwei Torgebäude direkt an der Leipziger Straße wurden nach Auszug des Landkrankenhauses unterschiedlich genutzt (Gaststätte Salzmannshof, Korbwarenladen und Blumenladen).

Mitte der 1930er-Jahre hatte die Firma Diana-Werke im rechten Trakt ihre Produktionsstätte, und zwar Maschinen für die fleischverarbeitende Industrie.

Im separat stehenden Gebäude Nr. 121 wohnte und praktizierte der Arzt Dr. med. A. Horn bis nach dem II. Weltkrieg.

Die Bomben des 2. Weltkrieges zerstörten den gesamten Salzmannshof. Nur das rechte Eingangshäuschen überstand die Angriffe und lockte mit Eisspezialitäten, bis das gesamte Areal gewerblichen Zwecken zugeführt wurde. Das linke Eingangshäuschen war leicht beschädigt, hier war Gärtnerei Sehrt untergebracht.

Ein einziges Backsteingebäude aus der Zeit, der von Landgraf Friedrich II. 1785 gestifteten Charité, konnte durch Sanierung gerettet werden, heute befinden sich dort Büroräume und Wohnungen, mit Zugang von der Melsunger Straße. Ein Verdienst der Spedition Ullrich, die 1984 das Grundstück Leipziger Straße 121 erwarb.


zum Seitenanfang