Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite info@agathof.de
Stadteilzentrum Agathof
 
info@agathof.de Impressum
Wir über uns   Aktuelles   Angebote   kasseler_osten   Dies & Das   Archiv
 
Angebote in Wochenansicht
 
Begegnung - Kommunikation
 
Bewegung
 
Bildung und Kultur
 
Kreativität
 
Bettenhausen - früher und heute
Die Gruppe stellt sich vor
1-Aktivitäten 1987 - 2010
1-Kalender Alt-Bettenhausen
1-Stadtteilkalender 1990-1-3
1-Stadtteilkalender 1990-4-6
1-Stadtteilkalender 1990-7-9
1-Stadtteilkalender 1990-10-12
2-Denk ich an Deutschland-1
2-Denk ich an Deutschland-2
2-Denk ich an Deutschland-3
3-Inhalt des Buches
4-Stadtteilkalender 2000
4-Stadtteilkalender 2000-1-3
4-Stadtteilkalender 2000-4-6
4-Stadtteilkalender 2000-7-9
4-Stadtteilkalender 2000-10-12
5-Leipziger Strasse-1
5-Leipziger Strasse-2
5-Leipziger Strasse-3
5-Leipziger Strasse-4
5-Leipziger Strasse-5
5-Leipziger Strasse-6
6-Mühlen in Bettenhausen-1
6-Mühlen in Bettenhausen-2
6-Mühlen in Bettenhausen-3
7- 100 Jahre Agathof-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-2
9- Leben an der Losse
10- Industriestandort Bettenhausen
 
Neue Medien
 
  Sie haben Wünsche, Anregungen oder Fragen? Treten Sie mit uns in Kontakt!  
 
 
  Angebote

Bettenhausen - früher und heute / 6-Mühlen in Bettenhausen-3

 
 
 

10. Lohmühle unterm Dorfe

 

Die „Lohmühle unterm Dorfe“ (so1748) gehörte der Lohgerbergilde zu Kassel und lag am Mühlgraben an der Miramstraße.

Die Mühle ist um 1780 vernichtet worden und wurde 1782 (Inschrift in einem Balken-Türsturz ) als Lohmühle neu erbaut.

Der frühere Bau hatte keine Wohnräume, sondern nur eine Unterkunft für den Gerber, der das Stampfen der Lohe leitete. Für das „Stoßen“ der Lohe wurden pro Fuder ein geringer Lohn gezahlt. Der 1904 niedergelegte Bau war jener Neubau von 1782.

 

Mittlerweile war die Lohmühle in Imgrundschen Besitz übergegangen, der das heute noch bestehende Gebäude – das nach 1904 errichtet wurde – als Handwerksbetrieb und Wohnung nutzte. Im Kriege wurde es teilweise zerstört.


11. Agathof

 

Unterhalb des Dorfes Bettenhausen, an dem Mühlkanal der Losse, der „Neuen Losse“, liegt ein weiteres älteres Industriewerk, das unser Interesse weckt, es ist der Agathof.

Der Agathof liegt am Mühlenkanal der Losse zwischen der Miramstraße und der Sandershäuserstraße.

 

Zunächst muß festgestellt werden, daß es sich bei der älteren Anlage des Agathofes nicht um eine, sondern um zwei Anlagen, die dicht beieinander lagen, handelte. Der als Agathof bezeichnete ehemalige Fabrikbesitz der Firma Diemar & Heller mit dem stattlichen Fabrikgebäude und dem großen Parke ist offensichtlich die landesherrliche Anlage; aber daneben bestand noch auf dem rechten Ufer des Lossearmes eine zweite Mühle, die sich unter dem Namen der Agathmühle findet und von der Landesherrschaft erst im Jahre 1730 zu dem anderen Besitz hinzu erworben worden ist.

 

Ursprünglich ist diese Anlage als Kupferhammer geschaffen, daher auch der Name Kupfermühle, der uns mehrfach in den Akten begegnet. Man legte sie zu dem genannten Zwecke an, ohne daß wir leider das Jahr dieser Gründung kennen. Aber nachdem der neue Messinghof ins Leben getreten war, konnte sie bei der Monopolstellung des landesherrlichen Betriebes nicht weiter bestehen. Es ist zu vermuten, daß die Anlage der Kupfermühle auf die am Mühlarm der Losse 1377 befindliche „Lachenmühle“ zurückgeht. Diese Lachenmühle (da eine Lache, der Pottenteich, ganz nahe war) wird bereits 1377 bei einem Verkauf von Mühlen erwähnt.

 

Aus der Geschichte des Grenzbeganges vom Jahre 1669 wissen wir vom Agathof, daß dort zwei Mühlen vorhanden und auf zwei verschiedenen Seiten des Mühlenstromes gelegen seien.

 

Auch ein Kostenanschlag aus dem Jahre 1780 gibt noch einmal die Bestätigung, daß noch in diesem Jahre die Mühle rechts des Mühlenstromes (Agatmühle) vorhanden war.

Der Name des Agathofes soll daher stammen, daß Landgraf Karl hier eine Schleifmaschine zur Verarbeitung von Agat (Achat-) -steinen und anderen Halbedelsteinen einrichtete.

 

Sicher hat die Anlage an der Losse nicht lange ihrem Zwecke, zu dem sie geschaffen war, gedient.

 

Jedenfalls hat man nach dem Eingehen des Schleifereibetriebes die Wasserkräfte zunächst wieder für eine Mahlmühle ausgenützt und dazu wohl auch den Ankauf im Jahre 1730 getätigt.

 

Daß der Agathof schon vor der Zeit des Landgrafen Karl bestanden hat, und zwar als Mühle oder in Verbindung mit einer solchen, erhellt aus einer Hofkabinettsrechnung von 1716. In ihr wird die dortige Mahl- und Ohley-Mühle als „Ererbt Gut“ bezeichnet.

Nach der Zerstörung am 24.10.1762 durch die Franzosen, wurde der Agathof in den Jahren 1763 – 1765 wieder instand gesetzt; die amtliche Bekanntmachung, daß wieder gemahlen werden könne, erschien 1765. Von 1768 an versuchte man es wieder mit einem Regiebetriebe, bis 1774 versah der Branntweinbrennerei-Verwalter Führing den dort eingerichteten Brennereibetrieb, während der Müller Joh. Georg Handwerk mit der Verwaltung der Mühle betraut war.

Am 5. September 1774 wurde der Betrieb der Mühle eingestellt, und der Kufmann Niggele erhielt das Privilegium zur Anlage einer Kattun-, Leinen- und Zitzfabrik.

 

Niggele, ein Schweizer auss dem Kanton Bern, erfreute sich des lebhaftesten Wohlwollens der Landesregierung, die ihn in jeder Weise unterstützte.

 

Am 22. Juli 1774 erhielt er einen Vorschuß von 6000 Talern auf zwölf Jahre unverzinslich, dann sollte für die weiteren acht Jahre 2 Prozent Zinsen bezahlt werden; nach zwanzig Jahren sollte das Kapital rückzahlbar sein. Für die Einrichtung der Fabrik übernimmt die hessische Landesregierung sämtliche Baukosten und überläßt ihm den Agathof und die dabei befindliche kleine Mühle. Auch sollen alle anderen Neuanlagen, besonders die der Wasserräder, auf herrschaftliche Kosten geschehen. Dazu kam ferner, daß der große Bleichplatz zur Verfügung gestellt wurde, und es wird Niggele und seinen Leuten die Personalfreiheit und die Werbefreiheit bewilligt. Nach der Rückzahlung der Leihsumme sollen Niggele die Baulichkeiten des Agathofes gegeben werden.

 

Aber das Werk hatte keinen Erfolg. Trotz aller Bemühungen und eines weiteren Darlehns, das im März 1782 bewilligt worden war, und zwar in Höhe von 4000 Talern, auf die zunächst nur 1000 Taler zur Auszahlung kamen, kam das Werk zu keiner Blüte, vielmehr kam es zum Konkurs, und der Staat verlor dabei von den gezahlten Vorschüssen in Höhe von 7200 Reichstalern 2593 Reichstaler 4 Albus 6 Hlr. Die Landesherrschaft als der Hauptgläubiger setzte zunächst den Betrieb auf eigne Rechnung fort, bis im Juli 1785 eine Neueinrichtung einer Kattungfabrik in dem Werke erfolgte.

 

Die Brüder Ahnesorge aus Altona übernahmen nun den Betrieb und führten ihn mit gutem Erfolge durch. Sie hatten wohl aus der Heimat und deren Geschäftsverbindungen mit England, wo im ausgehenden achtzehnten jahrhundert die Baumwollspinnereien aufgeblüht waren, bessere Erfahrungen mitgebracht, als sie der Schweizer Niggele besaß, der durch Selbstmord endete. Man schätzte das Vermögen der Brüder Ahnesorge gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts auf rund 200 000 Reichstaler.

 

Später führten Finanzrat Spindler und Jakob Christiian Nerong den Betrieb weiter. Aber die Konjunktur hatte sich grundlegend verändert und nur unter großen Opfern wurde der Betrieb aufrechterhalten und am Bankrott vorübergeführt. – Auch an dieser Stelle machte sich das Ablösungsgesetz von 1848 geltend, und der Agathof ging in das Privateigentum des bisherigen Erbleihbeständers über. Als freies Privateigentum der Familie Nerong veräußerte sie es dann an die neuen Besitzer, Diemar & Heller die darin die Seifen-Soda und Glyzerinfabrik „Agathof“ einrichtete.

 

Nach dem Kriege erwarb die Firma Hermann Riede Straßen- und Tiefbau das Grundstück, die es auch heute noch für ihre Zwecke (Wohnung, Verwaltung, Lager Fabrikation usw.) nutzt.

 

An den Agathof erinnert heute die von der Ringhofstraße zur Sandershäuser Straße in Bettenhausen verlaufende „Agathofstraße“ in deren Nähe der Agathof lag.


12. Ölmühle

 

Wir wollen nun gleich an dieser Stelle noch auf die zwar nicht in der Gemarkung von Bettenhausen, sondern schon in der Kasseler Mark gelegene Ölmühle eingehen.

 

Die Ölmühle liegt am Mühlarm der Losse der am Dorfplatz abzweigt, an der „Lohmühle unterm Dorfe“ und dem „Agathof“ vorbeigeht, etwa 180 Meter entlang der Königinhofstraße verläuft und dann zum Wahlebach fließt. Heute ist der Mühlarm (in den 60er Jahren) verfüllt.

 

Wohl seit dem 17. Jahrhundert zweigt der Werksarm der „Neuen Losse“ vom Dorfplatz zum Wahlebach ab.

 

Für die Unterhaltungskosten des Wehres, am Dorfplatz das 1702 aktenmäßig belegt ist, waren nach einem Bericht vom 2. Februar 1765 heranzuziehen 1. der Agathof (herrschaftlich), 2. die Gemeinde Bettenhausen, 3. die Besitzer der Lohmühle und 4. die Pulvermühle (herrschaftlich). Hierbei ist bemerkenswert, daß die Anlage der Ölmühle und der dabei befindlichen Lohmühle, der sog. „Metzgeerischen Mühle“, nicht genannt waren. Entweder bestanden sie noch nicht, eine Annahme, der das Steuerkataster von 1748 widerspricht, das die Ölmühle ausdrücklich nennt und als in der Kasseler Gemarkung belegen bezeichnet, was auch mit Holtmeyers Angaben, der die „Neue Lohmühle“ 1762 dort sucht, zusammenstimmen würde, oder man rechnet sie zu den vom Wahlbach betriebenen Anlagen, die nur durch die Veränderungen im Laufe des Wahlebachs und der Losse indirekt berührt wurden.

 

Am 24.10.1762 wurde die Ölmühle, wie auch der Agathof, durch die Franzosen in Brand gesetzt.

 

Da anzunehmen ist, daß der Mühlarm der Losse und das heutige Bett der Wahlebach erst aus dem 17. Jahrhundert stammen, auch 1765, wie wir sahen, an der Losse keine Mühle erwähnt wird, die an den Lasten des Wehres im Dorfe Bettenhausen teil hätte, so darf man diese Anlage an der Losse kaum vor diese Zeit ansetzen. Die „Neue Lohmühle“ wird 1767 als oberhalb der Einmündung der Wahlebach stehend erwähnt; auffällig ist jedoch dabei, daß ein Lageplan von 1787, der die „Metzgerische“ Mühle einzeichnet, dieser Lohmühle nicht gedenkt. Dahingegen erwähnt der Vorbericht des Bettenhäuser Steuerkatasters von 1748 zweimal die Ölmühle an der „Neuen Losse“ auf Kasseler Gemarkung, und wieder kommt sie vor im Jahre 1770. Auch ein Vorkommen der „Metzgerischen“ Mühle auf einem Katasterplane von 1686 schafft keine Klärung der Vorgeschichte, höchstens daß er den Anschein erweckt, als entnähme diese Mühle ihre Kraft der Wahlebach.

 

Die Mahlgänge der Ölmühle wurden im Jahre 1809 angelegt, als die französische Fremdherrschaft zuerst die Bannrechte durchbrach und die Gewerbefreiheit proklamierte. Schon gleich nach dem Erlasse des königlich westfälischen Gesetzes vom 5. August 1808 hatte Fehrenberg einen Mahlgang anlegen wollen, was ihm jedoch versagt wurde auf Grund eines Einspruchs der Bäckergilde, die noch auf das Bannrecht der Mühlen pochte. Im Winter 1808/09 traten Schwierigkeiten in der Brotversorgung von Kassel ein, hervorgerufen sowohl durch starke Heereslieferungen als durch Hochwasser, das einzelne Mühlen beschädigt hatte. Daraufhin wurde am 10. Februar 1809 öffentlich zur Anlage von neuen Mühlen im Anzeigenblatt aufgefordert. Sofort stellte Fehrenberg einen neuen Antrag, aber diesmal auf Anlage zweier Mahlgänge. Schon am 20. Februar 1809 wird die Anlage genehmigt, unter besonderem Hinweise des Präfekten darauf, daß durch das Gesetz über die Gewerbefreiheit alle Bannrechte gefallen seien.

 

1837 gibt die Ölmühle ein lebendiges Bild von der Vielseitigkeit des damaligen Betriebes ab. Erwähnt werden dort eine Ölraffinerie, Essigfabrik, Graupenmühle und Farbholzhobelei; die Zahl der beschäftigten Arbeiter werden auf 12 angegeben.

 

Um die Jahrhundertwende erwarb Paul Nölke das Grundstück und richtete dort ein Dampfsägewerk und Kistenfabrik ein. Nach Teilzerstörung und Aufgabe der Firmen, wurde das Grundstück von den Nölke´s Erben verpachtet. Es wird heute von der Schlüter-Autoverwertung und der Firma Petrolan Gas genutzt.

 

An die Ölmühle erinnert heute noch die Straßenbezeichnung „Ölmühlenweg“. Die Straße führt von der Königinhofstraße zur Scharnhorststraße.


13. Pulvermühle

 

Die Reihe der Mühlen an der Losse endet mit der Pulvermühle, gelegen in der Nähe der Hafenbrücke.

 

Dicht bei der Mündung des Mühlarmes der Losse in die Fulda lag die Pulvermühle. Sie ist wahrscheinlich die „Mühle vor der Neustadt“ die im Jahre 1377 der Maria-Magdalena-Kirche verkauft wurde und die 1380 unter dem Namen der Hellenmole auftritt, diesen Namen nach dem nahen Hellenwerder oder Helleberg führend. Wir haben sie zu suchen auf der der Stadt zugekehrten Seite des heutigen Grundstückes der Binding Brauerei.

 

An der Einmündung der Wahlebach in den Mühlarm der Losse lag die „alte Lohmühle“ und die „Mühle vor der Unterneustadt“, die der Bürgermeister Johannes Rudewig im Jahre 1377 der Pfarrkirche St. Maria Magdalena verkaufte.

 

Die Mühle vor der Unterneustadt, die 1377 an die Pfarrkirche der Neustadt kam, möchte man in der Hellenmühle, der späteren Pulvermühle, wiederfinden. Daß sie auch 1380 schon Hellemole genannt wird, widerspricht dem nicht; aber sie war später herrschaftlich und könnte dies, als ursprüngliches Kirchengut, wohl 1526 geworden sein.

 

Als Hellenmühle kommt das Werk zuerst im Jahre 1380 vor, 1520 in Verbindung mit einer Schmiede, weshalb sie auch den Namen der „Ysermohle“ (Eisenmühle) führte. Im Jahre 1506 wird auch eines Brückenhaus dort gedacht, und seit dem Jahre 1516 ist sie als Pulvermühle bekannt. Bei dem Grenzbezuge vom Jahre 1685 kommt „ein Mahlstein“ vor, der „zeiget, wie weit die Koppelhude uf der Pulver Mühlen Garten gehet“. Und auch in einer Katasterkarte von 1686 ist dies zu sehen.

 

Die Mühle war ein einstöckiges Gebäude mit hohem Dache; ein breites Radhaus war auf der Südwestseite vorgelegt, und ein aus fast allen Stadtplänen erkennbarer Mühlenkanal zweigte von dem Hauptarme der neuen Losse hier ab.

 

Die Erwähnung der „neuen Losse“ läßt annehmen, daß der Betriebsgraben, der bei Lambrechts Hof im Dorfe abzweigt und beim Agathof vorüberführt, erst im siebzehnten Jahrhundert angelegt worden ist; damals wurde wohl auch der Lauf der Wahlebach verändert, so daß sie sich nun bei der Ölmühle mit der „neuen Losse“ vereinigt. Sie trieb wohl, ursprünglich ihren Lauf am Forste fortsetzend und dem Zuge des sog. „faulen Grabens“ folgend, die Pulvergraben“ wäre dann wohl der alte, von der alten Wahlebach abgezweigte Mühlarm der Pulvermühl- oder Hellenmühle, der trocken gelegt wurde, als man der Wahlebach die Verbindung mit der Losse schuf.

 

Nach der Erläuterung zum Mühlgrabenverlauf wieder zurück zur Pulvermühle. Auf den Plänen erscheinen einige kleine Gebäude, von einem Zaune umgeben, von denen eins noch besonders eingezäunt zu sein scheint. Wir haben in den kleinen Gebäuden Fachwerkhäuschen zu sehen, die von turmartiger Gestalt waren und in denen die Pulvervorräte aufbewahrt wurden.

 

Im siebenjährigen Krieg (1756-1763) hatten sich die Franzosen in der Festung Kassel festgesetzt.

 

Eine Systematische Belagerung durch die Alliierten mußte sie erst zum Abzug zwingen. Sie war noch besonders erschwert durch den Umstand daß man von alliierter Seite die Stadt Kassel und ihre Bewohner nach Kräften schonen wollte. Und wenn auch der Hauptangriff gegen die Stadt von Norden und Nordwesten aus, vom Mönchberg und Rotenberg her vorgetragen wurde, so stießen doch noch kurz vor der Übergabe der Festung die Franzosen aus dem Leipziger Tore heraus, um die im östlichen und nordöstlichen Vorgelände gelegenen Häuser in Brand zu setzen. Am 24. Oktober 1762 wurden die Pulvermühle, die Ölmühle und der Agathof in Brand gesetzt. Das Dorf Bettenhausen blieb zwar von der Brandlegung verschont, aber es sah die Gefahr doch nahe genug.

 

Nach ihrer Wiederherstellung wurde sie, ein herrschaftlicher Besitz, erneut in Erbpacht vergeben. 1809 übernahm dort Ernst Koch den Betrieb als Pulvermüller auf eigene Rechnung.

„Die Kochsche Pulverfabrik, die an demselben Orte schon drei Jahrhunderte bestand, bereitete alle Sorten von Schießpulver und hatte die ausschließliche Lieferung für die hessische Armee“.

 

Er verband mit der Pulvermühle auch eine Fabrik für Gips und Wasserzement, für den von ihm 1832 erfundenen sog. „Hessischen Zement“.

Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde das Grundstück von der Bierbrauerei Gebr. Sumpf erworben, deren Nachfolger seit 1897 die Herkulesbrauerei ist (heute Binding Brauerei an der Hafenstraße).

 

An die Pulvermühle erinnert heute noch eine kurze Straße, der „Pulvermühlenweg“ Verbindungsstraße zwischen Hafenstraße und Sommerweg hinter der Justizvollzugsanstalt. Bei Eröffnung des Fuldahafens am 1. August 1895 wurde der einstige Pulvermühlenweg in Hafenstraße umbenannt.


In den Mühlen hergestellt oder verarbeitete Erzeugnisse (stichwortartig).

 

Kupferhammer:

Kupfer,     Bier,     Wollwäscherei.

 

Eisenhammer:

Papier,     Eisen,     Holzsägewerk,     Stockfabrik.

 

Messinghof:

Kupfer,     Messing,     Galmei  (Zinkerze),     Münzen,     Zinn.

 

Drahtmühle:

Draht,     Getreide.

 

Lohmühle:

Textilien.

 

Zobelsmühle:

Wollwäscherei,     Buntpapier.

 

Grebenmühle:

Weißgerben,     Flachs,     Getreide,     Strom.

 

Ragemühle:

Gerste,     Hirse,     Nudeln,     Lumpen.

 

Mühle mitten im Dorfe:

Getreide,     Maschinen.

 

Lohmühle unterm Dorfe:

Gerben.

 

Agathof:

Kupfer,     Halbedelsteine,     Textilien,     Branntweinbrennerei,      Seifen-Soda   und Glyzerinfabrik.

 

Ölmühle:

Getreide,     Graupen,     Ölraffinerie,     Essigfabrik,     Farbholzhobelei,     Dampfsägewerk,     Kistenfabrik.

 

Pulvermühle:

Schießpulver,     Eisen,     Gips,     Zement,     Bier.


Mühlen – Register

 

Mühle Artikel
Agathof 11
Agatmühle 11
Alexismühle 1
Alte Lohmühle 5  ,  13
Bohrmühle 2
Brückmannsche Mühle 7
Drahtmühle 4
Dubuissonsche Mühle 8
Eisenhammer 2
Eisenmühle 13
Ernstsche Mühle 7
Faustmühle 4
Forstmühle 2
Grebenmühle 7
Hellenmühle 13
Herwigesmühle 4
Kupferhammer 1  ,  3
Kupfermühle 11
Lachenmühle 11
Lohmühle 5,  10,  12
Lohmühle unterm Dorfe 10
Lumpenmühle 8
Mahlmühle 4
Mahl- und Ohleymühle 11
Mahlmühle vorm Messinghof          4
Messinghof 3
Metzgerische Mühle 12
Mühle mitten im Dorfe 9
Mühle Unteren Messinghofes 4
Mühle vor der Unterneustadt 13
Neue Lohmühle 12
Nudelmühle 4
Oberste Drahtmühle 1
Ölmühle 12
Ohleymühle auffm Forst 6
Papiermühle 2
Pulvermühle 13
Ragemühle 8
Schmidtsche Mühle 6
Schneidemühle 2
Schwiegersmühle 4
Walkemühle überm Dorfe 5
Worchsche Mühle 5
Ysermühle 13
Zobelsmühle 6
 

 

 

Literaturnachweis:                       Bruno Jacob:                       Geschichte des Dorfes
                       Bettenhausen 1126-1926
                       Kurt Klehm:                       Eine Chronik Bettenhausen 1906-1956


  • Mühlen in Bettenhausen
  • Teil 1
  • Teil 2
  • Teil 3

    zum Seitenanfang


  •