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Bettenhausen - früher und heute / 8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-1

 
 
 

Projekt 8 -Teil 1 
 
Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Eingemeindung
des Dorfes "Bettenhausen" zur Stadt Kassel 1906



 

 



Bettenhausen um 1835


 Als der letzte Bürgermeister von Bettenhausen, Landwirt Philipp August Müller, am 31. März 1906 seine Diensträume am Dorfplatz schloss, ging eine 761-jährige Geschichte der selbstständigen Gemeinde Bettenhausen zu Ende.
Am 1. April 1906 übernahm die Residenzstadt Kassel die Verwaltung von Bettenhausen.

 Letzter Bürgermeister und Landwirt August Müller mit Familie im Jahr 1902

  

 


Mit dem Gesetz, betreffend Erweiterung des Stadtkreises Cassel vom 30 März 1906 besiegelte die preußisch königliche Regierung in Berlin: Die Landgemeinden Wahlershausen, Kirchditmold, Rothenditmold und Bettenhausen werden mit dem 1.April 1906 von dem Landkreise Cassel abgetrennt und nach Maßnahme der in den Anlagen IV §§ 1-6 abgedruckten Verträge für Bettenhausen der Stadtgemeinde Cassel einverleibt.

L. S. Wilhelm

 

Seit diesem Tag sind einhundert Jahre vergangen. Aus dem ehemaligen Ackerdörfchen mit seinen handwerklichen Mühlenbetrieben an den Ufern der Losse ist ein lebhafter Industrie- und Wohnstadtteil geworden.



 

Das vorletzte "Alte" Bürgermeisteramt in der heutigen Burgstraße 12, bis ca. 1904
die gleiche Ansicht im Januar 2006 (Unteres Bild)



Bürgermeisteramt und Löschstation

 

Das vorletzte "Alte" Bürgermeisteramt befand sich im in des Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Privathaus des Landwirts, Bürgermeister und Standesbeamten Philipp August Müller in der Oberen Dorfstraße 23, heute Burgstraße 12. Das Gebäude ist noch vorhanden.
Ab ca. 1904 bis zum Tag der Eingemeindung am 1. April 1906 wurden die Räume des 1817 als Schulhaus errichteten Gebäudes am Dorfplatz in der Unteren Dorfstraße 66, heute Erfurter Straße 8, als letztes Bürgermeisteramt genutzt. Das Standesamt befand sich noch längere Zeit im "alten" Bürgermeisteramt. Anmerkung: Das Haus Erfurter Straße 8 wurde wegen starker Baumängel (Fäulnis der Fachwerkkonstruktion) nach Protesten und langen Verhandlungen im Jahr 1976 abgebrochen und im alten "Stil" wieder errichtet. Die Tafel mit Inschrift wurde ebenfalls wieder angebracht. Die letzte Gemeindesitzung fand am 19.03.1906 in Anwesenheit aller 24 Gemeindevertreter im Bürgermeisteramt am Dorfplatz statt. Der Bürgermeister Herr August Müller, geb. am 16.03.1858, ist am 16.04.1933 verstorben.

 

Bürgermeister: August  Müller (Landwirt), Vizebürgermeister Georg  Schwiening (Fabrikant)

 

Gemeinderäte: August Gerhard (Fabrikant), Konrad Keidler (Landwirt), Heinrich Salzmann (Kommerzienrat), Lienhard Schade (Prokurist), Heinrich  Sinning (Landwirt), Mathias Umbach (Schneidermeister)

 

Gemeindevertreter: Johannes Brückmann (Mühlenbesizer), Karl Diemar (Fabrikant), Fritz Engelhard (Fabrikant), Eduart Frankenberg (Holzhändler), Engelhard Imgrund (Schreinermeister), Dr. Reinhard Koch (prakt. Arzt), Georg Kranz (Landwirt), Konrad Lambrecht (Landwirt), Peter Leist (Prokurist), Karl Lieberg(Fabrikant), Wilhelm Müller (Mühlenbesizer), Karl Mühlhausen (Prokuist), Karl Muth (Fabrikarbeiter), H. Ritter (Fabrikarbeiter), Heinrich Thiel (Waschmeister), Martin Zimmermann (Schneidermeister).

 

Gemeindeangestellte: Johann Heinrich Schott (Gemeindesekretär), Otto Wegener (Gemeindeassistent), Gustav Dickhoff (Gemeindegelderheber), Roge (Polizeisergeant), Fehse (Polizeisergeant), Karl Moch (Nachtwächter), Karl Schmidt (Nachtwächter).

 

            Das letzte Bürgermeisteramt bis 31. März 1906 am Dorfplatz.
1817 als Schulhaus errichtet

 



Dorfplatz um 1800

 


 





Dorfplatz mit Marienkirche im Januar 2006


Geschichte: Erstnennung von Bettenhausen

Mit sicherer und eindeutiger Jahreszahl ist Bettenhausen (Bethnehüsun) erstmals in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Heinrich I. für das Chorherrenstift Weißenstein vom 31. August 1145 genannt. Dort bekundet er weitere Veränderungen im Güterbesitz des Klosters, danach haben Propst und Brüder zum Nutzen des Klosters 3 1/2 Hufen in Bettenhausen (Bethnehüsun) mit ihrem Gelde von den Brüdern von St. Alban zu Mainz gekauft.
Die Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz für das Kloster Kaufungen von 1126 ist zwar echt, doch ist der Ortsname Bettenhausen von späterer Hand (wohl des 13./14.Jahrhunderts) auf einer "Rasur" (Fälschung) nachgetragen worden. Diese Urkunde lässt sich somit nicht für die Erstnennung von Bettenhausen heranziehen.






Erste urkundliche Erwähnung von "Bethnehüsun" am 31. August 1145

 

Somit sind die 800-Jahrfeier 1927, die 850-Jahrfeier 1976 und die 875-Jahrfeier 2002  neunzehn Jahre zu früh gefeiert worden

 

Gründe der Eingemeindung:

Auf der Grundlage alter Metallgewerbe an der Losse war hier mit dem Bau der Kassel-Waldkappeler Bahn und der Anlage des Kasseler Fuldahafens dicht an der Grenze zu Bettenhausen um 1900 eine starke Industrie entstanden. Auch die Einwohnerzahl war von 3006 auf 4059 im Jahr 1905 angewachsen. Dies und ebenso, ja vor allem die Frage der geordneten Kanalisation, forderte eine gebieterische Vereinigung beider Gemeinden. Die schmutzigen, vielfach mit Chemikalien vermischten Fabrikabwässer, wurden in dieser Zeit unmittelbar in die Losse und die sonstigen die Gemarkung durchfließenden Bäche und Gräben ohne jede Klärung abgeführt. Das seit 1890 in einigen Straßen erstellte Kanalsystem war unbefriedigend und nur für Küchen- und Regenwasser gedacht. Die Probleme waren nur durch den Anschluss an das Kasseler Kanalisationsnetz zu lösen, in dem nämlich die "Bettenhäuser Abwässer" in die Kasseler Kläranlage geleitet, gereinigt und dann der Fulda zugeführt werden. Jede andere Art der Entwässerung wäre zu kostspielig und würde in hygienischer Hinsicht auf Bedenken stoßen. Der Anschluss an Kassel kann selbstverständlich nur unter der Voraussetzung zugelassen werden, dass beide Gemeinden miteinander vereinigt werden (Auszug aus Verhandlungen von 1905).

Die Trinkwasserversorgung, südlich des Eichwaldes ist von einer erst 1899/1900 errichteten Anlage mit 3 Brunnen und Maschinen noch gut erhalten. Mit der Eingemeindung wären Einrichtungen zum Schutze gegen Hochwasser und eine wesentliche Vergrößerung des  Hochbehälters sowie Änderungen am Rohrnetz vorzusehen .Die Kosten würden rund 20 000 Mark betragen. Die Trinkwasser-Qualität ist gut. Dem Gemeindevermögen von 1,175 Mio. Mark, entsprachen Schulden von 0,756 Mio. Mark.

 

Unter diesen und anderen Umständen stimmte am 08. März 1905 der Gemeinderat und am 08. Juni die Gemeindevertretung von Bettenhausen sowie am 18. November der Magistrat der Residenzstadt Cassel mit Unterschrift einer Vereinigung beider Gemeinwesen zu.

Jetzt regte sich aber der Landkreis aufs Neue. Im Februar 1905 wiesen die Bürgermeister von 37 Kreisorten den Regierungspräsidenten auf die Nachteile hin, welche die Abtrennung der vier finanzkräftigen Gemeinden für den Kreis mit sich brächte, und im Mai sahen sie sich sogar zu einer entsprechenden Petition an das Herrenhaus veranlasst, das indessen über die Angelegenheiten zur Tagesordnung überging. So lief alles auf einen Kompromiss finanzieller Art hinaus. Schon im Mai 1905 hatte der Oberbürgermeister eine Abstandszahlung von 300.000 Mark angeboten ohne dass Kreisausschuss und Kreistag darauf eingegangen wären, die vielmehr 500.000 bzw. zehnmal jährlich 25 000 plus einmalig 600.000 Mark beanspruchen. Eine Stellungsnahme des Innenministers machte dem Landkreis deutlich, dass der den Anschluss der vier Gemeinden an Kassel für richtig halte, und der Stadt, ein Gesetz ohne Einigung der Betroffenen kaum Aussicht auf Erfolg hätte. So einigte man sich beidseitig auf eine einmalige Zahlung von 400 000 Mark. Der Kreisausschuss stimmte am 19.10., der Magistrat am 25.10. und die Stadtverordnetenversammlung am 16.11., schließlich der Bezirksausschuss am 15.12.1905 zu. Damit konnte das Gesetz in den Landtag gehen, dessen beide Häuser ihm nach anfänglichem Zögern der Konservativen mit großen Mehrheiten zustimmten.

Mit Datum 30.03.05 trat es am 01.04.1906 in Kraft.

 

Bericht über die Einverleibung der Landgemeinde Bettenhausen in die Stadtgemeinde Cassel

Heute gehört die Landgemeinde Bettenhausen zum Landkreise Cassel, an den sie im Jahre 1903 = 10 300 Mark Kreissteuern abgeführt hat. Sie zählte bei der letzten Volkszählung am 01. Dezember 1900 = 3006 Einwohner. Bei der letzten Personalstands Aufnahme 4050 Einwohner, die Größe der Gemarkungsflur beträgt 597 ha. Die Zahl der Häuser (Hofrainen) = 250. Die Gemarkung grenzt im Norden an die Gemarkung Sandershausen, im Osten an die Gemarkungen Heiligenrode, Niederkaufungen und Ochshausen und im Süden sowie im Westen an Cassel.
Mitten durch das Gemeindegebiet strömt die Losse. Jetzt sind in Bettenhausen 31 Fabriken vorhanden, nämlich 1 Segeltuchfabrik, 3 Wollwäschereien, 2 Waschanstalten, 1 Seifensiederei, 1 Färberei, 1 Buntpapierfabrik, 1 chemische Fabrik zur Herstellung von Drogen und Farben, 1 Lackfabrik, 1 Tonwarenfabrik, 1 Häckselschneiderei, 1 Zündholzfabrik, 1 Stockfabrik, 1 Jalousiefabrik, 3 Sägemühlen, 1 Mehlmühle, 3 Nährmittelfabriken, 1 Brauerei, 1 Böttcherei, 1 Metallstanzwerk, 1 Eisengießerei und 4 Maschinenbauanstalten. Die Industrie bildet daher den Haupterwerbszweig der Bevölkerung, die übrigen Betriebe sind demgegenüber von geringere Bedeutung. Sie umfassen etwa 32 Landwirtschaften, 35 Handwerksbetriebe, 24 Kaufläden, 22 Schankwirtschaften und 7 Metzgereien.

 

In den Fabriken werden im ganzen 1600 Personen beschäftigt, davon sind etwa 800 aus Cassel, die übrigen wohnen in Bettenhausen und den umliegenden Ortschaften. Die Fabrikbesitzer haben zum Teil ihren Wohnsitz in Cassel. Anderseits gehen etwa 300 Bettenhäuser Einwohner ihrem Erwerb in Casseler Fabriken und Geschäften nach. Aus Bettenhausen besuchen etwa 25 Kinder die Casseler Schulen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist darauf angewiesen, seine Einkäufe in Cassel zu machen, da in Bettenhausen verschiedene Arten von Geschäften fehlen. Diese wechselseitigen Beziehungen weisen deutlich auf die Zusammenhörigkeit beider Gemeinden hin. Äußerlich sind sie bereits zu einem zusammenhängenden Ganzen verschmolzen, denn das letzte Haus von Cassel ist nur 80 m  vom ersten Haus in Bettenhausen entfernt, letzteres steht unmittelbar an der Grenze zwischen beiden Gemeinden. Durch einige industrielle Anlagen, nämlich durch die Herkulesbrauerei und durch die Sägemühle am Ölmühlenweg geht die Grenze mitten hindurch. Der Bahnhof Bettenhausen liegt zum größten Teil auf Casseler Gebiet, der kleinere Teil liegt in der Bettenhäuser Gemarkung, in dem verkehrsreichen Teil der Leipziger und der Sandershäuser Straße gehören die Gebäude der einen Straßenseite zu Cassel und die auf der andern Seite liegenden zu Bettenhausen.

 

Außer mit Wahlershausen und Rothenditmold wurde auch mit Kirchditmold und Bettenhausen auf Initiative der Gemeinden längst verhandelt, doch ist darüber wenig bekannt. Ende März 1905 konnten die Bettenhäuser und Ende Mai der Kirchditmolder Kommissionsbericht vorgelegt werden. Größere Schwierigkeiten scheinen sich in den Orten nicht ergeben zu haben.

Für die "kleinen Leute" ergaben sich ohnehin einige Vorteile durch die Angliederung an Kassel. Gemeindesteuerfreiheit für die Steuerpflichtigen der beiden unteren Steuerklassen, Wegfall der Feuerwehrabgabe und des sog. Kornbesoldungsbeitrages und der Lustbarkeitsteuer. Der Verbilligung des Wasserbezuges, die Haus und Grundbesitzer konnten sich angesichts einer zu erwarteten Wertsteigerung bei Immobilien für steuerliche Mehrbelastungen bei weitem entschädigt sehen.

 

Daten aus der Geschichte von Bettenhausen

 

Wieso heißt Bettenhausen eigentlich Bettenhausen.

Das Dorf Bettenhausen gehört mit zu den jüngsten Siedlungen unser Heimat. Es ist jene Gruppe von Ortsnamen auf -hausen mit einem entsprechenden vorgesetzten Eigennamen, wie sie gerade auch in Kasseler Raum neben älteren Siedlungen reichlich vorkommen. Man braucht nur an Ortsnamen, Vollmarshausen und ähnlich gebildete Namen zu denken. Der Name Bettenhausen ist vielleicht verwandt mit anderen Dorfnamen aus frühen Siedlungsperioden wie Benterode. Man bringt den Namen Bettenhausen am ehesten zusammen mit dem Eigennamen der noch heute in Kassel und Umgebung als Familienname vorkommt. Evtl. stammt die Ableitung von den drei Bethen: Wilbeth, Barbeth und Anbeth, die alle drei germanische Göttinnen waren. Über der früheren Kultstätte wurde einst die Kirche von Bettenhausen errichtet. Heute noch zu sehen in der Kirche, sind drei Köpfe als Türkeilsteine gehauen. Man geht davon aus, dass diese in direkter Beziehung dazu stehen. Möglicherweise ist Bettenhausen auch von dem früher gebräuchlichen Namen Betting abgeleitet.


  

 

 

 

 

  


Die obigen Bilder zeigen verschiedene Ansichten in der Gegenüberstellung von 1905 und 2006


 

Straßennamen früher und heute

Bettenhäuser Hafenstraße  Königinhofstraße
Schulstraße 

=

Agathofstraße
Kurfürstenstraße

=

Miramstraße
Neue  Straße 

=

Osterholzstraße
Heiligenröder Straße

=

Eichwaldstraße ab Pfarrstraße
Salzmannstraße

=

Melsunger Straße
Landgrafenstraße/Stiftstr.

=

Dormannweg
Schindleichsweg

=

Forstbachweg
Burgstraße

=

Friedhofsweg
Heinrichstraße

=

Hutstraße
Elbenstraße

=

Rinaldstraße


31.08.1145         Erste urkundliche Erwähnung von Bettenhausen ("bethnehüsun")

1246

Die Losse wird "Lotzmane" genannt.

1300

Bettenhausen zählt 150  Einwohner
29.08.1318 Erste urkundliche Erwähnung  eines Gotteshauses in Bettenhausen

1356

Erste urkundliche Erwähnung des Ringhofes, zu deutsch "Königinhof", so genannt nach
seiner Besitzerin, der Königin Adelheid von Polen der
Tochter des hesssichen
Landgrafen Heinrich II.

1513

Die erste Quelle der Eichwasserleitung wird gefasst und das Wasser in hölzernen Rohren
in die Stadt geleitet, wo der Apollobrunnen im Renthof
den architektonisch schönen
Endpunkt der Leitung bildet.

1562

Landgraf Philipp der Großmütige lässt einen aus Münden stammenden Wilderer nach summarischen Verfahren an einem Eichbaum aufhängen

1626

Tilly bezieht Quartier bei Heiligenrode, seine Scharen richten beträchtliche Verwüstungen an.

1630

Der israelitische Friedhof auf dem Westsporn des Eichwaldes wird angelegt.

1669

Neufestsetzung und Neubesteinung der Gemarkungsgrenze zwischen  Bettenhausen und Kassel in Anwesenheit der Bürgermeisters und des Rates der Stadt Kassel sowie des Bürgermeisters
 Klaus Umbach von
Bettenhausen nebst Vorstehern der Gemeinde.

1748 

Erste urkundliche Erwähnung der Fasanerie im Eichwald, die von Landgraf Wilhelm VIII.,
dem zweitem Sohn des Landgrafen Carl, ins Leben gerufen wurde.

1792/93

Neubau der evangelischen Kirche

1830

Der Eichwald wird Tiergarten

1848

An der Leipziger Straße 156, an der Stelle, wo sich  heute das Autohaus Hessen-Kassel befindet,
wird ein neuer Friedhof angelegt.
22.08.1880  Eröffnung der Pferdebahnlinie Königsplatz-Bahnhof Bettenhausen

1880

An der Sandershäuser Straße wird ein Friedhof für die Toten des Landkrankenhauses
(Charité) angelegt, der aber nur bis 1894 bestehen bleibt

1883

Der Friedhof an der Leipziger Straße wird geschlossen und an der Heiligenröder Straße neu angelegt.
31.03.1884 Eröffnung der Pferdebahnlinie Gemaniastraße -Bahnhof Bettenhausen.

1887

Bettenhausen  erhält Straßenbeleuchtung durch Petroleumlampen

1890

Schließung des israelitischen Hospitals in Bettenhausen in der Leipziger Str. 112.

1895

Die Straßenbeleuchtung wird auf Gas umgestellt

1895

Das Landkrankenhaus (Charité) wird nach 110 Jahren geschlossen, das neue
Krankenhaus auf dem Möncheberg eröffnet

1899/1900

Bau des Wasserwerks mit Reservoir auf dem Lindenberg mit einem Kostenaufwand
von 150 000 Goldmark.

1900

Gründung der Industriebahn Bettenhausen, welche die Betriebe an der Sandershäuser
Straße mit dem Bahnhof Bettenhausen verbindet.

1900

Umstellung der Pferdebahn auf elektrischen Betrieb und Verlängerung der Linie
bis zum Pfaffenstieg.

1904

Große Regulierung der Losse zum Hochwasserschutz und der Neubau von 5 massiven
 und 2 eisernen Brücken und die Errichtung von Schleusen
werken.

1904

Die Fasanerie wird nach 150 jährigem Bestehen im Eichwald aufgelöst

1904/05

Die Gemeinde Bettenhausen errichtet an der Eichwaldstraße (Heiligenröder Straße)
eine Bürgerschule mit 14 Klassen, die im Januar 1906 eingeweiht
wurde.

1904

Der um 1356 erstmals erwähnte Ringhof wird abgerissen.
01.04.1906 Übernahme der Verwaltung von Bettenhausen durch die Stadt Cassel.
 
 
Anzahl der Einwohner bis zur Eingemeindung
Um  

1300  

ca.150 Einwohner
Um 1585

180 Einwohner

35 Haushaltungen
Um 1600

400 Einwohner

1639

200 Einwohner

41 Haushaltungen
1747

400 Einwohner

80 Haushaltungen
1748

375 Einwohner

70 Haushaltungen
1785

800 Einwohner

1825

881 Einwohner

107 Häuser
1840

1062 Einwohner

109 Häuser
1872

1207 Einwohner

1875

1585 Einwohner

1895

2246 Einwohner

1900

3006 Einwohner

1905

4255 Einwohner

230 Häuser
1906

4310 Einwohner

01.04.1906 am Tag der Eingemeindung
    
                   
 

Die Kirchen in Alt-Bettenhausen:

 

Evangelische Marienkirche.

In einer Urkunde vom 29. August des Jahres 1318 wird ein der hl. Maria geweihtes Gotteshaus in Bettenhausen
 erstmals genannt. Es war ein Gebäude im gotischem Stil. Ihr Patronat lag in den Händen der Kasseler Familie
 "Vor dem Tore" und ging später auf das Geschlecht derer von Elben über. Diese vererbten vor ihrem Aussterben
im Jahre 1535 die Liegenschaften von Bettenhausen der Familie von Buttlar. Eine Wehrmauer umgab den gesamten
Kirchhof. In Kriegszeiten war die Kirche zugleich Zuflucht der Menschen vor dem Feind, sie war die Burg der Bauern.
Nachdem Bettenhausen sich 1505 aus dem Filialverhältnis zu Waldau gelöst hatte, und zum Dekanat Kirchditmold gehörte, wurde aber  noch im Verlauf des 16. Jahrhunderts (1585)  der alte Zustand wieder hergestellt und Waldau war wieder der Sitz der Pfarrei für Bettenhausen.
Der "Pfaffenstieg" erinnert noch an die Zeit als der Pfarrer von Waldau seinen Weg durch den Forst zu seiner Bettenhäuser Filial-Kirche nahm. Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung von ehemals 200 Menschen im Jahre 1639 durch die Industrialisierung auf 800 Seelen an.
Ein Kirchenneubau war notwendig. Das Jahr 1792 brachte dem Dorf den Neubau einer Saalkirche mit Empore
auf den Fundamenten des 1318 errichteten Gotteshauses, in dessen Turmunterseite Reststeine des alten Gotteshauses
verbaut sind. Der Erbauer war der Steinbaumeister Philipp Noll aus Rothenburg a. d. Fulda. Die Kosten trug die
Gemeinde Bettenhausen, welche auch Hand- und Spanndienste leistete. Seit 1900 ist Bettenhausen eine selbstständige
Kirchengemeinde. Am 15.Dezember 1944 wurde die Kirche durch Bomben bis auf den Turm zerstört. Im Dezember
1944 ist auf den Fundamenten eine hölzerne Notkirche (eine Schweizer Stiftung) errichtet worden. Im Herbst 1953 musste die Notkirche für den Wiederaufbau ihren Platz im Schiff der alten Kirche räumen. Sie kam auf das Rewaldsche Grundstück an der Ecke Dorfplatz/Ringhofstraße, wo sie bis zur Einweihung des neuen Gotteshauses noch ihren Dienst weiter versah, um danach in der Gartenstadt Eichwald am Umbachsweg der Eichwaldgemeinde für ihre Gottesdienste zur Verfügung zu stehen.

 Im Oktober 1954 von wurde die neue Marienkirche von Dekan Schwab eingeweiht. Bischof Wüstemann hielt die Festpredigt, und Pfarrer Römheld gab den Baubericht.



Marienkirche im Jahre 1905


Katholische Kunigundis-Kirche

Im Jahre 1888 kam der Eisenbahner Seipel als erster Katholik seit Einführung der Reformation nach Bettenhausen. Im Jahre 1900/1901 konnte schon in der Stiftstraße (Dormannweg) eine Kapelle nebst Wohnung des Geistlichen errichtet werden, auch wurde ein Grundstück für den Bau einer größeren Kirche erworben.

Weihe der Kapelle in der Stiftstraße (Dormannweg). 1918 Erwerb eines Bauplatzes für die zu bauende Kirche für
110.000 Mark von der Fa. Salzmann. 1921 Kauf des Gasthauses "Bettenhäuser-Hof" für 130.000 Mark,
hier entstand das erste St. Heinrichshaus. Am 08.April 1925 Palmsonntag: Grundsteinlegung der Kirche
St. Kunigundis. Bau nach Plänen des Kasseler Architekten Langenberg, als Hallenbau aus Beton. 14.08.1927 Weihe
der Kirche durch Bischhof  Damian Schmitt, Fulda, auf das Patronat der hl. St. Kunigunde.

1937 Einbau der von W. Kall entworfenen Apostelfenster, die Taufkapelle erhält einen Taufstein. 1946 Beseitigung
der Kriegsschäden 20.05.2002 Brandanschlag auf das Kirchenportal. 17/18.August 2002  75 Jahre St. Kunigundis.

Die Kirche ist ein einschiffiger Raum im romanischen Stil, sie ist 50 Meter lang und ca.16 Meter breit, der Turm ca.38 Meter hoch. Die Kirche hat 550 Sitzplätze und 350 Stehplätze.

Die Kirche besitzt eine Heiligen-Reliquie aus dem Reliquienschatz der Kaiserin Maria Theresia.


 

 

St. Kunigundis im Januar 2006



Fortsetzung des Berichtes: Siehe Bettenhausen früher und heute, Projekt 8-100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen Teil 2

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