Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite Stadtteilzentrum Agathof - Zur Startseite info@agathof.de
Stadteilzentrum Agathof
 
info@agathof.de Impressum
Wir über uns   Aktuelles   Angebote   kasseler_osten   Dies & Das   Archiv
 
Angebote in Wochenansicht
 
Begegnung - Kommunikation
 
Bewegung
 
Bildung und Kultur
 
Kreativität
 
Bettenhausen - früher und heute
Die Gruppe stellt sich vor
1-Aktivitäten 1987 - 2010
1-Kalender Alt-Bettenhausen
1-Stadtteilkalender 1990-1-3
1-Stadtteilkalender 1990-4-6
1-Stadtteilkalender 1990-7-9
1-Stadtteilkalender 1990-10-12
2-Denk ich an Deutschland-1
2-Denk ich an Deutschland-2
2-Denk ich an Deutschland-3
3-Inhalt des Buches
4-Stadtteilkalender 2000
4-Stadtteilkalender 2000-1-3
4-Stadtteilkalender 2000-4-6
4-Stadtteilkalender 2000-7-9
4-Stadtteilkalender 2000-10-12
5-Leipziger Strasse-1
5-Leipziger Strasse-2
5-Leipziger Strasse-3
5-Leipziger Strasse-4
5-Leipziger Strasse-5
5-Leipziger Strasse-6
6-Mühlen in Bettenhausen-1
6-Mühlen in Bettenhausen-2
6-Mühlen in Bettenhausen-3
7- 100 Jahre Agathof-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-1
8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-2
9- Leben an der Losse
10- Industriestandort Bettenhausen
 
Neue Medien
 
  Sie haben Wünsche, Anregungen oder Fragen? Treten Sie mit uns in Kontakt!  
 
 
  Angebote

Bettenhausen - früher und heute / 8- 100 Jahre Eingemeindung Bettenhausen-2

 
 
 

Projekt 8 Teil 2:

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Eingemeindung
des Dorfes "Bettenhausen" zur Stadt Kassel


Die 650jährige Geschichte des Ringhofes


Der Ringhof im Kern des alten Unterdorfes von Bettenhausen ist heute völlig verschwunden. An seiner Stelle steht an der Ecke von Ringhof- und Königinhofstraße (heute Erfurter Str.) ein modernes Mietshaus, das Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist und die Bombenangriffe des letzten.Krieges überdauert hat. Früher erhob sich auf diesem Platz ein stolzer massiver Bau, der wohl 
im Anfang des 17.Jahrhunderts errichtet worden war.

Die Geschichte des Ringhofes reicht noch erheblich weiter zurück. Kurz nach 1356, also vor 650 Jahren, übergab Landgraf Heinrich II. den Hof seiner Tochter Adelheid, die ihren Gemahl, König Kasimir III. von Polen, wegen seiner Untreue verlassen hatte, zum Wohnsitz. Aus dieser Zeit stammt die Bezeichnung "Ringhof", die aus dem lateinischen Wort "regina-Hof" entstellt ist und nichts anderes bedeutet als "Königinhof".  Ein Garten von 4 ½ Acker gehörte zu dem Herrensitz. Bis 1371 wohnte die unglückliche Königin hier. Sie wurde nach ihrem Tode in der Kirche des Ahnaberger Klosters beigesetzt.

 

Zu Beginn des 17.Jahrhunderts übergab Landgraf Moritz den Hof seiner zweiten Gemahlin Juliane. Nach deren Tod fiel er wieder an die Landgrafen zurück. Dann gab ihn die Landgräfin Hedwig Sophie ihrem Lieblingssohn Philipp, dem Begründer der Nebenlinie Hessen-Philippstal. Von dieser kam der Hof im Jahre 1728 in die Hand des Oberzeugmeisters Matthias Conrad Pistor, der hier eine Büchsenmacherei anlegte. Er beschäftigte hauptsächlich Gesellen, die ihr Handwerk bei den Meistern Lagemann zu Vollmarshausen, den Verfertigern der berühmten "Müllerbüchsen" erlernt hatte. Im Jahr 1743 verlegte Pistor seinen Betrieb nach Schmalkalden. Einer seiner Söhne blieb in Bettenhausen und erst nach seinem Tode wurde der Hof anderweitig vergeben. Interessant ist ein mehr als 20 Jahre dauernder Prozess mit der Lohbergerzunft von Kassel um das Wasser der vorbeifließenden "Neuen Losse", das diese für den Betrieb ihrer Lohmühle verwendete.

 

Im Jahre 1779 erhielt der Kasseler Scharfrichter und Wasenmeister Johann Heinrich Rathmann den Ringhof als Erblehen, nachdem er ihn schon vorher drei sechsjährige Perioden in Zeitpacht inne hatte. Mit dem Untergang des Kurfürstenstaates Hessen im Jahre 1866 endete auch das Scharfrichteramt, und nur die Wasenmeisterei blieb in der Hand der Familie. 1885 wurde der Betrieb nach außerhalb des Dorfes Bettenhausen verlegt, bis er 1928 ganz eingestellt wurde. An den "Schindwasen", unterhalb des Lindenberges, wo das gefallene Vieh verscharrt wurde, erinnerte noch lange der Name des "Schingeleichweges", der später in Forstbachweg umgetauft wird.

 

Der zum Ringhof gehörige Grundbesitz wurde im Laufe der Zeit immer mehr verkleinert, er umfasste zum Schluß nur noch etwa drei Acker. Mit dem Ringhof ist ein bedeutendes Stück Alt-Bettenhäuser Geschichte dahingegangen.

 

 

Geschichte des Bettenhäuser Schulwesens

 

Aufnahme ca. 1910 

Aufnahme der Schulen im Januar 2006

                                                   
Nach dem wirtschaftlichen Ruin des Dreißigjährigen Krieges versorgte, wie wir wissen, der Pfarrer von Waldau die Gemeinde Bettenhausen in gottesdienstlicher und seelsorgerischer Beziehung, dabei begleitete ihn der Küster von Waldau. Schon vor dem Jahre 1748 hatte Bettenhausen auch wieder einen eigenen Schulmeister, der die Schuljugend in den notdürftigsten Wissenschaften unterrichtete.

 

Im Kirchenbuche von Bettenhausen findet sich eine Aufzeichnung, dass am 2.April 1778 ein "Johannes Hayner, Schulmeisters Sohn" gestorben sei. Dieser Schulmeister Hayner versah den Organisten und Küsterdienst und gab nach einem Inventarium von 1790 acht auf 1 Bibel, 2 Gesangbücher. Eins  für den Prediger und das andere für den Schulmeister, sowie eine Tafel in der Schule und 8 Bänke als hölzerne Geräte. Er unterrichtete 70 Schüler und erhielt als Besoldung von den in der Gemarkung Bettenhausen belegenen Anspanngütern, Mühlen und Hausbesitzungen zu Michaelis, von jedem Anspänner und Mühlenbesitzer jährlich 2 Metzen Korn und 2 Albus 7 Heller Läute und 2 Albus 6 Heller Orgelgeld, außerdem Hühnereier. Jeder Besitzer zahlte 2 Albus 6 Heller Orgelgeld. Diese Abgaben entrichteten auch die ansässigen Juden, auch die Besitzer der Drahtmühle, des Messinghofes, des Fischhauses und des Eichwaldes. Dazu kam noch Besoldungsholz und die Accidenzien, insgesammt 105 Thaler 24 Albus. Das Schulgeld betrug von jedem Kinde jährlich 25 Albus 4 Heller. Für einige arme Kinder zahlte der Kirchkasten.

 

Auf den Schulmeister Hayner folgte 1797 bis 1826 der Lehrer Rose. Während seiner Amtstätigkeit baute die Gemeinde ein neues Schulhaus am Dorfplatz Dorfstraße 8 ("jetzt Erfurterstraße 8"),ein für damalige Verhältnisse ansehnliches Gebäude. Zum Gedächtnis an diesen Tag ließ sie in einem Stein an der Treppe einmeißeln:





Die Gemeinde Bettenhausen, veranlaszt durch die Nothwendigkeit, für das bessern Wohl der Schuljugend zu sorgen und dadurch ein ewiges Andencken zu gründen, hat unter Gottes Bey Stande dieses Schulgebäude errichtet am 21. Juli 1817.

Auf Veranlassung des deszeitigen Gemeindevorstandes.
Maximilian Heinrich, Obergrebe, Jakob Menkel, Vorsteher, Julius Gossmann, Vorsteher.

 

Lehrer Rose ließ sich 1826 nach Eschwege versetzen. Sein Nachfolger war der frühere Hilfslehrer am Waisenhaus zu Kassel, Peter Crede, der diese Stelle allein bis zum Jahre 1841 mit einem durch die zunehmende Kinderzahl steigenden Einkommen bis zu 284 Talern verwaltete. Die Kinderzahl betrug jetzt über 200, und es wurde deshalb 1841 der zweite Lehrer Reuting aus Kirchbauna mit 100 Talern Gehalt angestellt, wobei noch 6 Taler für die Wohnung in Abzug kamen. Bei dieser armseligen Besoldung hielt es ihn nicht lange in Bettenhausen. Er siedelte an die Bürgerschule nach Kassel über. Sein Nachfolger war Lehrer Wagner, der sich bald an das reformierte Waisenhaus in Kassel versetzen lies. Ihm folgte Lehrer Laar aus Grebenstein. Infolge des Umschwungs der politischen Verhältnisse 1850 klagte man ihn an "demokratischer Gesinnung" zu sein, und setzte ihn ab. Auch die Bildungsfreundlichkeit der Gemeindebehörde zeigte sich jetzt nicht mehr wie früher. Selbst die kleinsten Anforderungen fanden schroffe Ablehnung. Erst nach zweijährigem Drängen und nach einer Ordnungsstrafe von einem Taler beschaffte Bürgermeister Thielemann die notwendigen Vorlegeblätter. Dieselbe Strafe traf den Bürgermeister Henkel, als er sich weigerte, eine Landkarte zu besorgen.

 

Der Schulsaal und die Wohnung des zweiten Lehrers waren in einem Bauernhaus untergebracht, dessen Mietpreis im Jahre 1853 fünfzig Taler betrug. Es war das jetzt nicht mehr vorhandene Gebäude in der Ringhofstraße Nr. 9 und 13. Im Jahre 1895 brannte es ab. Wegen Unzulänglichkeit der Räume wurde der Schulsaal in das Bauernhaus Kirchgasse 8 verlegt und verblieb hier bis zum Jahre 1872, als ein Neubau an dem Schnittpunkt von Leipziger Straße und Ochshäuser Straße errichtet wurde mit zwei Schulsälen und zwei Lehrer-Wohnungen. Der Inhaber der zweiten Lehrerstelle war von1853 an der Lehrer Nadler. Ihn traf besonderes Geschick, gegen diese Schwierigkeiten zu kämpfen bei dem geringen Gehalt von jährlich 145 Talern, welches erst im Jahre 1864 durch die Kurfüstliche Regierung auf 200 Taler, dann auf 230 Taler erhöht wurde. Die zweite Lehrerstelle erhielt Lehrer Zufall aus Netra, der von 1872 bis 1879 amtierte, aber sehr krank war und die Kinder sehr oft lange Wochen hindurch Ferien genossen. Da ein Lehrer unmöglich über 200 Kinder unterrichtlich versorgen konnte, schickte eine Anzahl Eltern ihre Kinder in die Waßmuthsche Privatschule am Siechenhof. Später tat sich eine solche unter Lehrer Blankmeister, in dem unbenutzten Schulsaal an der Ochshäuser Straße auf bis zur Errichtung der dritten Lehrerstelle. Die Regierung sandte Lehrer Bolte aus Tann in der Rhön bei Hersfeld, der mit Nadler 249 Kinder betreute, da die Gemeinde die Anstellung des dritten Lehrers mit dem Hinweis verweigerte, dass diese Kinderzahl für zwei Lehrer nicht zu viel sei. Es erfolgte die Teilung nach Geschlechtern.

 

Nadler erhielt die Mädchen, Bolte die Knaben. Erst am 01.April 1885 erreichte die Regierung die Anstellung eines dritten Lehrers in der Person des Lehrers Kaufmann aus Schnellrode. Da die Besoldung sehr gering war, setzte dieser seinen Wanderstab bald nach Kassel und bekam zu seinen Nachfolger Lehrer Johannes Möller aus Günsterode, der aber sesshaft wurde und bis 1925 im Amt blieb. 1891 erwies sich die vierte Stelle notwendig und wurde nach langen Kämpfen ein weiteres Schulhaus mit vier Sälen und Lehrerwohnungen in der Agathofstraße 48 errichtet, 1893 bezogen und mit den Lehrergehilfen Schröder aus Nieder-Kaufungen besetzt. Lehrer Nadler trat am 01. November 1895 in den Ruhestand und die Gemeinde beschloß, "nur junge Lehrkräfte" anzustellen.
Die Regierung ging jedoch auf diese Forderung nicht ein mit dem Hinweis: "Die Verhältnisse in Bettenhausen es als unbedingt notwendig, dass ein mit einiger Lebenserfahrung ausgerüsteter Lehrer angestellt werde. Die Regierung darf sich auch nicht in den ihr übertragenen Hoheitsrechten die Lehrestellen nach eigenen Ermessen zu besetzen, beschränken lassen". Sie berief den Lehrer Strube aus Vollmarshausen. Die fünfte Lehrerstelle erhielt 1898 Lehrer Hans Möller aus Wabern, die durch Zur Ruhesetzung des Lehrers Bolte offene Stelle Lehrer Heck aus Moischeid, 1899 rückte Lehrer Schäfer aus Oberhone in die sechste Stelle, 1901 Lehrer Kramer in die siebende Stelle, 1903 Lehrer C .Moritz aus Fronhausen in die achte und Lehrer H. Lotz aus Barchfeld in die neunte Stelle ein. Die Schulräume genügten nicht und wurden durch Anbau zweier neuer Klassenräume an der Ochshäuser Straße vermehrt.

 

Auch wissenschaftliche Lehrerinnen fanden nach schwerem Kampfe mit dem geistlichen Lokalschulinspektor Pfarrer Ziegeler Anstellung in den Damen: Fräulein Halfter, Magdalene Schmidt, Elisabeth Böhnert, D. v. Essen, L Hose, Andrecht, die beiden letzteren als technische Lehrkräfte, ferner Lehrer Mütze. Am 01.April 1905 endete die geistliche Lokalschulaufsicht. Nach einem Interregnum von Pfarrverweser Angersbach durch Übertragung der "erweiterten Befugnisse" eines Schulleiters an den Rektor Hunstein. Im Jahre 1905 konnte auch das neue Zentralschulgebäude an der Eichwaldstraße mit 14 Klassen und 747 Kindern bezogen werden. 800 qm Gelände für 32000 Mark hatte die Gemeinde in großzügiger und weitausschauender Weise an der Ecke von Osterholz und Eichwaldsstraße von dem Landwirt Ludwig Müller erworben, bequem gelegen für alle Teile von Bettenhausen, gesichert durch die Regulierung der Losse gegen das Hochwasser, welches vor 1904 so oft unsere Dorfstraßen und angrenzende Ufer der Losse weithin überflutete, seit dieser Zeit aber uns verschont und vor großem Schaden bewahrt hat.

 

Am 1. April 1906 erfolgte die Eingemeindung. Bettenhausen verlor seine Selbstständigkeit und wurde Adoptivtochter von Kassel.

 

Die Maßnahmen für die Schule genügten nur auf kurze Zeit. Die wachsende Kinderzahl zwang gar bald zur Anstellung neuer Lehrkräfte, der Herren Reining, Krause, Freiling, Wienbeck, Hansli, Lilienthal, Matern, Kleindienst, Isermann, und der Damen Raßmann, und Barthel und zur Wiederbenutzung der in Ruhestand versetzten Räume an der Agathof- und Ochshäuser Straße. Auch dies war nur Notbehelf, so baute die Adoptivmutter Kassel neben das im Jahre 1905 errichtete Gebäude im Jahre 1912 ein neues. Inzwischen war an die Stelle von Rektor Hunstein Rektor Freitag getreten.

 

Am 01. April 1913 konnte das neue Gebäude als Bürgerschule 25 unter Rektor Weissbrod mit Teilen des alten Kollegiums und den neuen Kräften Höhmann und Mötzing bezogen werden. Lehrer Freitag und  Mötzing starben den Heldentod.

 

Die Schule hat simultanen Charakter, evangelische und katholische Kinder besuchen dieselbe. Nur der Religionsunterricht ist getrennt und wurde erteilt von den Herren Kurratus Böschen, Lehrer Matern, Isermann, Schlotterhose, der am 1. April 1927 nach Marburg versetzt wurde. An seine Stelle trat Schulamtsbewerber Lotz aus Eckardstein. Im Kriege wurden beide Schulhäuser als Lazarette beschlagnahmt, und die Jugend wanderte vom August 1914 bis Juni 1919 als Gast nach der Unterneustadt in der Bürgerschule 7 und 8. Da die Schülerzahl zurückgegangen war, so haben auch in der
Bürgerschule 25, die Hilfsschule und in der Bürgerschule 26, die gewerbliche weibliche Fortbildungsschule vorübergehend Aufnahme gefunden. (Von Konrektor Konrad Strube)

 

 

Die "Charité" ( Landkrankenhaus)

 

Das Landkrankenhaus von 1785 bis 1858

 


Standort des über lange Jahre (bis 1858) größten Krankenhauses in der Landgrafenschaft bzw. im Königreich Westphalen. Gebaut unter Landgraf Friedrich II. von Architekt Simon du Ry, eröffnet im Jahre 1785. Es war eines der ersten großen Krankenhäuser Europas. Der Landgraf plante großzügig und weitsichtig, leider hielten seine Nachfolger diese Linie nicht bei. Später in Landkrankenhaus umbenannt, wurde es ab 1866 unter Preußen Provinz - Krankenhaus. Stärker wachsende Industrieansiedelung in Bettenhausen sowie fortgeschrittene
hygienische Ansprüche erforderten einen Neubau, der auf dem Möncheberg 1894 eingeweiht  wurde. Bei der späteren Übernahme durch die Stadt Kassel, Umbenennung in Stadtkrankenhaus. Die alten Gebäude erwarb die Fa .Salzmann & Comp. Und baute das ehmalige Krankenhaus unter Abriss der Kuppel zu Wohnungen für Werksangehörige um (Salzmannhof).

 

Der Agathof

 

Vermutlich von Landgraf Karl auf der Anlage der 1377 befindlichen Lachenmühle erbaut. Sie diente als Edelsteinschleiferei Agat (Achat) = Halbedelstein. Zerstörung im siebenjährigen Krieg, die dann erneuerten Gebäude standen bis zum letzten Krieg. Ein viergeschossiges Gebäude mit großem Satteldach und Seitenflügeln nach Norden und Süden. Einige Jahre stand der Agathof mit 300 Arbeitern an der Spitze aller hessischen Industriefirmen. Später Branntweinbrennerei, Viehmästerei und Katunfabrik, zuletzt  Seifenfabrik ( Diemar & Heller).


 


     Agathof in den 50er Jahren, Firmensitz der Seifenfabrik Diemar&Heller


Die Losse: Lebensader von Bettenhausen

 

Erstmals 1246 als "Lotzmane" genannt, 1361 dann "Losmanne" enthält das keltische "aman", was soviel wie Fluß bedeutet.
Das stetig  laufende Wasser der Losse war es, weshalb sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Mühlen ansiedelten, um die Wasserkraft zu nutzen.
Es sind (waren) dem Losseverlauf folgend:
1679   der Kupferhammer, der von Landgraf Karl  in der ehemaligen Alexmühle errichtet wurde
1685   der Eisenhammer ebenfalls von Landgraf Karl  gebaut.
1679   der Messinghof, welcher in der im Jahre
1560 von Landgraf Karl des Großmütigen angelegten  ehemaligen Faustmühle errichtet wurde. In ihm stellte in den Jahren 1713 - 1717 der Augsburger Kupferschmied Anthoni die Herkulesstatue her.
1410   wird die Drahtmühle erstmals erwähnt, später Möllersche Brotfabrik.
1458   die Lohmühle wird erstmals genannt (Kadruf).
1582   wird die Zobelmühle  bereits erwähnt. 
1748   die Grebenmühle später bis heute Ernstsche Mühle.  
1748   die Rakenmühle.
1725   die Mühle mitten im Dorfe am Inselweg (Maschinenfabrik Richter).
1748   die Lohmühle unterm Dorfe.
1377   die Agathmühle. Ab 1763 Agathof. Später Seifenfabrik Diemar& Heller.
1748   die Ölmühle.
1377   die Pulvermühle.
 Die durch das Bettenhäuser Gebiet fließende Losse hat eine Länge von ca. 6 km. Sie wurde Im Laufe der Jahrhunderte mehrmals begradigt. Die letzte große Regulierung zum Hochwasserschutz erfolgte 1904. 2004/05 fand eine "Renaturierung" mit einem neu angelegten Delta im Mündungsgebiet der Fulda statt. Das Wasser der Losse war in den letzten einhundert Jahren noch nie so sauber wie heute.

 

Durch den Bau der Autobahn im Osten der Gemarkung Bettenhausen 1935/36 wurden Teile diesseits der Autobahn Bettenhausen zugeschlagen. Das waren 94 Parzellen aus der Gemeinde Ochshausen, 82 aus der Gemeinde Heiligenrode ( Teile der Eichwaldsiedlung) und 2 Parzellen aus der Gemeinde Sandershausen. Ausgegliedert wurden 145 Parzellen, davon 50 in die Gemeinde Heiligenrode und 95 in die Gemarkungen Niederkaufungen und Ochshausen. Durch die Neugestaltung der Verwaltungsbezirke entstand 1957 das Forstfeld  welches 1997 mit dem Lindenberg zu einem eigenen Stadtteil vereinigt wurde.

 

Die Einwohnerzahl betrug am 01.01.2005: 
     für Bettenhausen = 8274

     für das Forstfeld = 6894

Möge sich der Stadtteil Bettenhausen im weitern Verlauf seiner Geschichte, die nach seiner Eingemeindung vor 100 Jahren von seiner "Mutter" der Stadt Kassel nicht immer die gebührende Aufmerksamkeit fand und mit vielen Problemen zu kämpfen hatte und hat, aber auch viele schönen Seiten bietet, die durchaus sehenswert sind,. weiterhin zu unser aller Zufriedenheit entwickeln.

 

Literatur und Bildnachweis:

 

  • Bruno Jackob: Die Geschichte des Dorfes Bettenhausen 1126-1927, Eigenverlag, Bettenhausen, 1927
  • Kurt Klehm: Eine Chronik zur 50 Jährigen Eingemeindung von Bettenhausen 1906-1956, Eigenverlag, Bettenhausen, 1956
  • Thomas Klein: Zur Geschichte der Kasseler Eingemeindungen, 1997
  • Konrad Srube: Bettenhäuser Schulwesen
    Stadtarchiv Kassel: Bericht über die Einverleibung der Landgemeinde Bettenhausen in die
  • Stadtgemeinde Cassel.1905.
  • Helmut Schagrün, Privatarchiv

Bildnachweis

  • Horst Walter Müller, Kassel-B, Privatsammlung
  • Helmut Schagrün, Heiligenrode, Privatsammlung
  • Karl Steinigk, Kassel-B, Privatsammlung
  • Hessisches Staatsarchiv, Marburg
  • Archiv der Kirchengemeinde St. Kunigundis, Kassel-B
  • Frau Ruth Dittmar, Gecksbergstraße
  • Bernd Schaeffer, Kassel-B, privat 

     

Fortsetzung des Projektes unter dem Arbeitstitel:

"Industriestandort Bettenhausen" Firmengeschichten aus dem Kasseler Osten, dargestellt an ausgewählten Beispielen


Interessierte können persönlich mitwirken oder durch Zeitdokumente zum Gelingen des Projektes beitragen.

mailto//Stadtteilzentrum-Agathof@t-online.de

zum Seitenanfang